Man unterscheidet eine abnehmbare und festsitzende Kieferorthopädie.

Abnehmbare Kieferorthopädie

Herausnehmbare Geräte, sogenannte Platten und funktionskieferorthopädische Geräte,  haben die Aufgabe die Zahnbögen in sagittaler und transversaler Richtung auszuformen.

Vorteile:

  • Vermeiden von Schäden an Zähnen und Zahnhalteapparat
  • gute Mundhygiene ist möglich

Nachteile:

  • Abhängig von der Mitarbeit des Patienten
  • Beeinträchtigung der Sprache
  • nur kippende Zahnbewegungen
  • funktionskieferorthopädische Geräte wie z.B. Bionatoren können nicht bei Erwachsenen verwendet werden, da körperliches Wachstum benötigt wird

Festsitzende Geräte

Sind nicht nur kippende Bewegungen, sondern ganz genaue Zahnbewegungen (Translation, Rotation und Torque, wie diese Bewegungen im Fachjargon heißen) notwendig, dann ist der Einsatz von festsitzenden Geräten, dh Brackets indiziert.

Bevor die Brackets  geklebt werden, ist eine Diagnose durch Auswertung verschiedener Befunde notwendig:
Eine genaue Anamnese ( Information über Krankheiten, Allergien, Operationen,  familiäre Vorbelastungen, sowie sog. „habits“ - schlechte Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnuller, Zungenpressen ) wird eingeholt.
Anschließend werden Abformungen von Oberkiefer und Unterkiefer durchgeführt und Gipsmodelle angefertigt.
Röntgenaufnahmen, wie Panoramaröntgen und Einzelbildaufnahmen geben z.B. Aufschluss über Entwicklungszustand des Gebisses, Nichtanlagen, retinierte Zähne, Kieferknochen und Kieferhöhlen, Karies oder das Fehlen von Zähnen.
Die seitliche Schädelröntgenaufnahme, das sog. Fernröntgen, ist notwendig, um Informationen über die Wachstumsrichtung der Kiefer, Neigung der Zähne und den Gesichtsschädelaufbau, sowie über das Gesichtsprofil zu bekommen.
Eine Fotodiagnostik mit Gesichts-, und Mundfotos gibt nicht nur Aufschluss über dem Ausgangszustand bei Behandlungsbeginn, sondern auch wertvolle Information über die Veränderungen des Profils bei Veränderung der Kieferlage und der Schneidezähne.

 

Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) >>